Kaufbudget & Immobilienkauf

Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Wie viel Haus du dir rechnerisch leisten kannst, hängt vom Zusammenspiel aus Haushaltsbudget, Monatsrate, Sollzins, Tilgung, einsetzbarem Eigenkapital und Kaufnebenkosten ab. Ein Einkommen allein ergibt noch keinen Kaufpreis. WohnMathe führt diese Größen zu einem Modellbudget zusammen, das du mit deinen eigenen Werten prüfen kannst.

Wovon hängt mein Kaufbudget ab?

Der mögliche Kaufpreis entsteht nicht aus einem festen Vielfachen des Einkommens. Zuerst zählt, welcher Betrag nach regelmäßigen Ausgaben, bestehenden Kreditraten, künftigen Eigentümerkosten und einer Reserve jeden Monat für die Finanzierung bleibt. Mit Sollzins und anfänglicher Tilgung ergibt sich daraus im WohnMathe Modell ein möglicher Darlehensbetrag. Eigenkapital erweitert den finanziellen Rahmen, während Kaufnebenkosten und geplante Modernisierung einen Teil davon verbrauchen.

Schritt 1: Wie viel Monatsrate passt in mein Haushaltsbudget?

Nutze das Haushaltsnettoeinkommen und ziehe Lebenshaltung, bestehende Verpflichtungen, laufende Kosten des künftigen Eigentums und einen selbst gewählten Sicherheitspuffer ab. Der verbleibende Betrag ist ein rechnerischer Spielraum, keine Empfehlung, ihn vollständig auszuschöpfen. Variable Einnahmen und unregelmäßige Ausgaben solltest du realistisch einordnen. Der eigene Ratgeber zur tragbaren Monatsrate erklärt diesen ersten Schritt ausführlicher.

Schritt 2: Welcher Darlehensbetrag ist mit der Rate möglich?

Im Kaufbudget-Rechner bestimmen die angenommene Monatsrate, der Sollzins und die anfängliche Tilgung den anfänglichen Darlehensspielraum. Bei gleicher Rate lässt ein höherer Sollzins oder eine höhere anfängliche Tilgung zunächst weniger Darlehen zu. Eine niedrigere Tilgung kann dagegen die spätere Restschuld erhöhen. Die genaue Herleitung der Monatsrate steht im eigenen Formel-Ratgeber; für das Kaufbudget genügt hier die Verbindung zwischen Rate und Darlehen.

Schritt 3: Wie verändert Eigenkapital den Kaufpreis?

Zum rechnerisch möglichen Darlehen kommt das tatsächlich einsetzbare Eigenkapital. Mehr davon kann bei gleichen übrigen Annahmen den möglichen Kaufpreis erhöhen oder für denselben Kaufpreis den benötigten Kredit senken. Geld, das als Notfallreserve oder für andere Ausgaben gebraucht wird, solltest du nicht zugleich als einsetzbares Eigenkapital zählen. Wie man verfügbare Mittel und Rücklagen genauer trennt, erklärt der verknüpfte Eigenkapital-Ratgeber.

Schritt 4: Kaufnebenkosten nicht vergessen

Der Kaufpreis ist nicht der gesamte Finanzierungsbedarf. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Maklerkosten kommen hinzu; auch geplante Modernisierung kann Geld binden. WohnMathe berücksichtigt das gewählte Bundesland und den eingegebenen Makleranteil und verwendet für Notar und Grundbuch Modellwerte. Diese Sätze gelten nicht pauschal für jeden Kauf. Der eigene Ratgeber zu Kaufnebenkosten erläutert die Kostenarten näher.

Beispiel: Kaufbudget bei 4.500 € Haushaltsnettoeinkommen

Wir verwenden denselben Beispielhaushalt wie im Ratgeber zur tragbaren Monatsrate: 4.500 € Nettoeinkommen, 2.300 € Lebenshaltung und Verpflichtungen, 400 € laufende Eigentümerkosten und 400 € Reserve pro Monat. Dazu kommen 100.000 € einsetzbares Eigenkapital, 3,5 % Sollzins und 2,0 % anfängliche Tilgung. Als Standort ist Berlin gewählt; Makleranteil und weitere Nebenkosten folgen den angegebenen Modellannahmen. Das Beispiel ist kein aktuelles Kreditangebot.

So entsteht das Kaufbudget im Beispiel

Alle Haushaltsbeträge gelten pro Monat. Für Berlin setzt der Rechner 6 % Grunderwerbsteuer an; weitere Modellannahmen sind 1 % Notar, 0,5 % Grundbuch und 3,57 % Makleranteil der Käuferseite. Es sind 0 € Modernisierung eingeplant. Die Reserve wird monatlich vom Ratenspielraum abgezogen und nicht nochmals vom einsetzbaren Eigenkapital.

Vom Haushalt zum möglichen Kaufpreis4.500 € − 2.300 € − 400 € − 400 € = 1.400 € monatlicher Spielraum

Mit 3,5 % Sollzins und 2,0 % anfänglicher Tilgung ergibt das im Modell 305.455 € mögliches Darlehen. Zusammen mit 100.000 € Eigenkapital und nach Berücksichtigung von 40.410 € Kaufnebenkosten verbleiben 365.044 € als rechnerischer Kaufpreis.

Modellrechnung aus dem WohnMathe Rechenkern; Beträge auf volle Euro gerundet
Kennzahl100.000 € Eigenkapital50.000 € Eigenkapital
Monatlicher Spielraum1.400 €1.400 €
Mögliches Darlehen305.455 €305.455 €
Einsetzbares Eigenkapital100.000 €50.000 €
Kaufnebenkosten40.410 €35.427 €
Möglicher Kaufpreis365.044 €320.028 €

Bei sonst gleichen Annahmen verändert weniger eingesetztes Eigenkapital den möglichen Kaufpreis. Die Nebenkosten ändern sich dabei mit dem Kaufpreis; die Werte sind intern ungerundet berechnet und nur für die Anzeige gerundet. Dieses Kaufbudget ist ein Orientierungswert, kein Kaufziel und keine Kreditzusage.

Beispiel im Kaufbudget-Rechner öffnen

Was verändert das Ergebnis – und ist es mein ideales Budget?

Mehr Eigenkapital oder geringere monatliche Ausgaben können das rechnerische Kaufbudget erhöhen; höhere Zinsen, höhere Tilgung oder Kaufnebenkosten können es senken. Die Beispielrechnung vergleicht deshalb auch einen geringeren Eigenkapitaleinsatz bei sonst gleichen Eingaben. Das Ergebnis zeigt einen möglichen Preis unter diesen Annahmen, weder einen empfohlenen Kaufpreis noch eine Finanzierungszusage. Zustand, Modernisierungsbedarf und konkrete Kreditbedingungen müssen zusätzlich geprüft werden.

Mit eigenen Werten prüfen

Eigenes Kaufbudget berechnen

Trage dein Haushaltsbudget, einsetzbares Eigenkapital, Bundesland sowie Zins und Tilgung ein. Der Rechner zeigt, wie sich daraus Darlehen, Nebenkosten und ein möglicher Kaufpreis ergeben.

Eigenes Kaufbudget berechnen
Quellen und EinordnungVerbraucherzentrale: Haushaltsbudget und ImmobilienfinanzierungLand Berlin: Grunderwerbsteuer
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